Klinik und Poliklinik für Chirurgie
TUM Klinikum Rechts der Isar

Neuroendokrine Tumoren (NET) des Darms – spezialisierte Behandlung in München

 

Was sind neuroendokrine Tumoren (NET) des Darms?

Neuroendokrine Tumoren (NET) sind seltene, häufig langsam wachsende Neubildungen, die aus spezialisierten hormonbildenden Zellen des neuroendokrinen Systems hervorgehen. Im Bereich des Verdauungstrakts treten NET besonders häufig im Dünn- und Dickdarm, sowie im Appendix (Blinddarm)auf. Dort können sie entweder hormonell aktiv (funktionell) oder inaktiv sein.

 

In der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des TUM Universitätsklinikums Rechts der Isar in München bieten wir eine exakte Diagnostik, differenzierte Therapieoptionen und eine strukturierte Nachsorge im Rahmen unseres interdisziplinären Tumorzentrums – auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik.

 

Lokalisation und Formen

Je nach Lokalisation treten unterschiedliche Formen und Hormonprofile auf:

  • Duodenum (Zwölffingerdarm): Gastrinome (z. B. bei MEN-1)

  • Jejunum/Ileum (Dünndarm): Serotonin-produzierende NET

  • Appendix (Blinddarm): sogenannte „Appendixkarzinoide“, meist gutartig

  • Kolon und Rektum: eher selten, teils aggressivere Verläufe

Ein Drittel der NET im Magen-Darm-Bereich ist funktionell aktiv und produziert Hormone, die das Karzinoid-Syndrom verursachen können. Zwei Drittel sind hormonell inaktiv und verursachen erst bei größerer Ausdehnung Symptome.

 

Ursachen – meist sporadisch, teils genetisch bedingt

Die meisten NET entstehen spontan ohne bekannte Ursache. In einigen Fällen treten sie im Rahmen erblich bedingter Syndrome auf, z. B.:

  • MEN-1 (Multiple endokrine Neoplasie Typ 1)

  • Von-Hippel-Lindau-Syndrom

  • Neurofibromatose Typ 1

  • Tuberöse Sklerose

  •  

In München erfolgt bei entsprechendem Verdacht eine genetische Beratung und Diagnostik durch unser interdisziplinäres Team.

 

Symptome – von unauffällig bis spezifisch

Die Beschwerden bei NET hängen davon ab, ob der Tumor Hormone freisetzt oder nicht.

Funktionelle NET (z. B. Serotonin-bildend):

  • Karzinoid-Syndrom mit:

    • Hautrötungen („Flush“)

    • Hitzewallungen

    • Durchfällen

    • Herzklappenveränderungen

Inaktive NET:

  • Oft lange symptomlos

  • Spätsymptomatik durch Raumforderung oder Metastasierung

  • Möglich: Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Darmverschluss

In unserer Klinik in München wird bei unklaren Beschwerden stets eine gezielte Diagnostik auf NET in Betracht gezogen – insbesondere bei auffälligen Tumormarkern oder Bildbefunden.

 

Diagnostik – präzise und interdisziplinär in München

Zur Diagnostik neuroendokriner Tumoren setzen wir modernste Verfahren ein:

  • Endoskopie mit Biopsie

  • CT/MRT mit Kontrastmittel zur Darstellung der Ausbreitung

  • PET/CT mit Gallium-68 DOTATATE – besonders sensitiv bei NET

  • Spezifische Tumormarker im Blut:

    • Chromogranin A

    • 5-HIES (5-Hydroxyindolessigsäure im Urin)

    • NSE, Serotonin, Gastrin etc.

  • Histologische und immunhistochemische Analyse

 

Unsere Spezialist*innen in München entwickeln auf dieser Basis ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept.

 

Therapie – individuell abgestimmt in München

Chirurgische Therapie

Die operative Entfernung des Tumors steht – wann immer möglich – im Mittelpunkt der Behandlung:

  • Appendixkarzinoide: meist vollständige Heilung nach Appendektomie

  • Dünndarm-NET: Dünndarmresektion mit Lymphknotenentfernung

  • Kolon-/Rektum-NET: je nach Größe onkologisch radikale Entfernung

  • Minimalinvasiv oder offen, je nach Lage und Ausdehnung

Auch bei bereits metastasierten NET kann die Entfernung des Primärtumors sinnvoll sein, um Symptome zu lindern oder den Krankheitsverlauf zu beeinflussen.

Medikamentöse Therapie

Je nach Tumorbiologie kommen in München folgende Optionen zum Einsatz:

  • Somatostatinanaloga (z. B. Octreotid, Lanreotid)

  • Targeted Therapy (z. B. Everolimus, Sunitinib)

  • Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT) – in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin

  • Chemotherapie bei hochgradig malignen NET (NEC)

Die interdisziplinäre Therapiefestlegung erfolgt im Tumorboard mit Viszeralchirurgie, Onkologie, Endokrinologie, Nuklearmedizin und Radiologie – alles an einem Ort in München.

Nachsorge – langfristige Kontrolle

Nach der Therapie erfolgt eine strukturierte Nachsorge:

  • Regelmäßige Bildgebung (z. B. MRT, PET-CT)

  • Laborkontrollen der Tumormarker

  • Überwachung hormoneller Nebenwirkungen

  • Früherkennung von Rezidiven

Unsere Spezialist*innen begleiten Sie langfristig – mit persönlicher Betreuung und wissenschaftlicher Exzellenz.

Fazit: Ihre Anlaufstelle für NET des Darms – in München in besten Händen

Neuroendokrine Tumoren des Darms stellen besondere Anforderungen an Diagnostik, Therapie und Nachsorge. In der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des TUM Universitätsklinikums Rechts der Isar in München erhalten Sie eine strukturierte, individuelle und interdisziplinäre Betreuung auf universitärem Spitzenniveau – mit modernster Technik, Erfahrung und Menschlichkeit.

 

Sie erreichen uns unter der Rufnummer 089-4140 7390 oder

per Email: ambulanz-ch@mri.tum.de oder auch gerne über DOCTOLIB.